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Was ist das Permit?

Viele Segler erinnern sich noch an die Zeit, als der erste Weg nach der Ankunft in Kroatien zum Hafenamt führte. Damals gehörte das Permit zu den Einreiseformalitäten. Mit dem Beitritt Kroatiens zum Schengen-Raum am 1. Januar 2023 entfiel das Einklarieren für Yachten, die aus einem Schengen-Staat einreisen. Das Permit blieb jedoch bestehen.

Warum wir die kroatische Küste lieben

Wir kennen eigentlich keinen österreichischen Segler, der keinen Bezug zu Kroatien hat. Für viele war die Adria das erste große Segelrevier. Hier wurden die ersten Nachtfahrten gesegelt, die ersten Anker geworfen und oft auch die Liebe zum Meer entdeckt.

Und natürlich lieben auch wir die kroatische Küste.

Ja, im Sommer kann es in manchen Häfen voll werden. Ja, manche Buchten sind längst keine Geheimtipps mehr. Doch wer glaubt, Kroatien bestehe nur aus Marinas und Charteryachten, kennt das Revier nicht wirklich.

Unser Rat lautet daher: Zeit mitbringen. Nicht möglichst viele Meilen machen, sondern neugierig sein. Eine Insel weitersegeln. Einen zusätzlichen Tag bleiben. Mit Menschen ins Gespräch kommen. Dann entdeckt man noch immer urige Konobas, bezaubernde Stadthäfen, einsame Ankerplätze und Geschichten, die weit älter sind als der Tourismus.

Vielleicht liegt genau darin die besondere Stärke der kroatischen Küste. Sie belohnt jene, die bereit sind, genauer hinzusehen.

Wer ohne Permit segelt, riskiert mehr als eine Diskussion.

Wer heute ohne gültiges Permit unterwegs ist, riskiert eine Geldstrafe. Marinas verlangen es beim Einchecken und bei Kontrollen gehört es zu den ersten Dokumenten, die vorzuweisen sind. Wer allerdings erst an das Permit denkt, wenn die Yacht bereits in einer kroatischen Bucht vor Anker liegt, ist meist etwas spät dran.

„Die meisten Anfragen erreichen uns am Freitagnachmittag oder am Wochenende“, erzählt Marco Orlić von Mandinus, der mit seiner Agentur seit Jahren die digitale Anmeldung unserer Stella Polare abwickelt. „Dann stellen viele Skipper überrascht fest, dass die Bootsanmeldung auch nach dem Schengen-Beitritt weiterhin verpflichtend ist.“ Besonders ärgerlich wird es, wenn dann noch Unterlagen fehlen oder die zuständige Kapitanerie bereits geschlossen hat. Dabei lässt sich der gesamte Vorgang mit etwas Vorbereitung unkompliziert erledigen.

Anders als viele Segler vermuten, handelt es sich beim Permit heute weder um eine Registrierung der Yacht noch um eine eigentliche Segelerlaubnis. Interessant ist dabei, dass „Permit“ eigentlich kein offizieller Begriff mehr ist. Im Sprachgebrauch der Segler hat sich die Bezeichnung aber bis heute gehalten. Die kroatischen Hafenbehörden und die einschlägigen Vorschriften sprechen dagegen von Gebühren für die Sicherheit der Navigation und den Schutz des Meeres vor Verschmutzung (Naknada za sigurnost plovidbe i zaštitu mora od onečišćenja).

Das klingt zunächst deutlich weniger romantisch als „Permit“, beschreibt aber recht genau, worum es heute geht. Das Permit ist weder eine Zulassung noch eine Segelerlaubnis. Es bestätigt vielmehr, dass die für das Boot vorgeschriebenen Abgaben entrichtet wurden. Mit diesen Gebühren finanziert Kroatien unter anderem nautische Infrastruktur wie Seezeichen, Leuchtfeuer und weitere Einrichtungen, die für die Sicherheit der Schifffahrt notwendig sind. Ein weiterer Teil der Einnahmen fließt in Maßnahmen zum Schutz der Meeresumwelt.

Über die Sinnhaftigkeit von Gebühren lässt sich trefflich streiten. Kroatien verfügt jedoch über eine beeindruckende nautische Infrastruktur und eines der attraktivsten Segelreviere Europas. Dass das Land in deren Erhalt investiert und zugleich die empfindliche Adria schützt, dürfte letztlich im Interesse aller Segler liegen. Und Hand aufs Herz: So horrend hoch sind die Kosten für die meisten Fahrtensegler nun auch wieder nicht (hier findest du einen Gebührenrechner).

Der einzige Wermutstropfen ist, dass das Permit unabhängig von der Aufenthaltsdauer für zwölf Monate gilt. Ob man nur für einen Tagesausflug über die Grenze segelt oder einen ganzen Sommer zwischen den Inseln verbringt, spielt dabei keine Rolle.

Das Permit zu bekommen, ist heute erfreulich unkompliziert. Wir erledigen die Anmeldung seit Jahren über Mandinus und können diesen Weg nur empfehlen. Die erforderlichen Unterlagen werden bequem per E-Mail übermittelt und wenige Tage später liegt das Permit in digitaler Form vor. Ein Ausdruck wandert anschließend in die Bordmappe zu den Schiffsdokumenten – fertig.

Natürlich kann man das Permit auch direkt beim Hafenamt beantragen. Damit spart man sich zwar die Bearbeitungsgebühr eines Dienstleisters, investiert dafür aber meist deutlich mehr Zeit.

Die erforderlichen Unterlagen sollte man ohnehin immer griffbereit haben: einen Versicherungsnachweis, einen gültigen Ausweis, den Befähigungsnachweis des Skippers sowie die Registrierungsdokumente des Bootes. Für österreichische Yachten ist dies beispielsweise der von der Republik Österreich ausgestellte Seebrief.

Das Permit funktioniert gewissermaßen als eine Art nautischer Passepartout. Sind die Gebühren bezahlt und das Permit ausgestellt, ist die Sache in der Regel erledigt. Man muss nicht mehr erklären, welche nationalen Registrierungsdokumente man besitzt oder warum diese im jeweiligen Flaggenstaat gültig sind.

Und vielleicht ist die Tatsache, dass das Permit für zwölf Monate gilt, am Ende sogar ein kleiner Anstoß, länger als nur einen Tag in Kroatien zu bleiben. Gründe dafür gibt es jedenfalls mehr als genug.